Zeitungsberichte

Zeitungsberichte   2014

Autobörse OHZ Marktplatz Oldtimer Corso

Mehr als 100 Oldtimer starten Sonnabend zur ersten ADAC-Teufelsmoor-Rallye

Rollende Museen auf der Straße

Von Wilhelm Schütte  - 12.09.2014 Osterholz-Scharmbeck.

Den Teilnehmern dieses „Wettstreites“ geht es nicht um Schnelligkeit. Schließlich sind sie in den Veteranen der Straße unterwegs, wenn sie Sonnabend zur Oldtimer-Rallye durch den Landkreis Osterholz starten. Organisiert wird die rund 120 Kilometer lange Ausfahrt von Johann Meierdirks und Rüdiger Knübel, die sich damit einen Traum erfüllen.

Johann Meierdirks und Rüdiger Knübel sind seit vielen Jahren Motorsportenthusiasten. Mit der Ausrichtung der ersten ADAC-Teufelsmoorrallye (Klassik) für Oldtimer haben sich die beiden Osterholz-Scharmbecker unter der Schirmherrschaft des Osterholzer Landrates Bernd Lütjen jetzt einen Traum verwirklicht.

An diesem Sonnabend, 13. September, werden mehr als 100 alt gediente Fahrzeuge aus dem gesamten norddeutschen Raum bis hinunter nach Kornwestheim – in einer Veranstaltungsgemeinschaft mit dem Ritterhuder AC im ADAC und dem AT Worpswede im ADAC – in der Kreisstadt erwartet. Die Oldtimer, die in drei verschiedenen Kategorien antreten,
werden nicht nur in Osterholz-Scharmbeck zu bestaunen sein. Bei einer Rallye werden sie durch den gesamten Landkreis fahren. „Geschwindigkeit ist bei der Veranstaltung absolut verpönt.
Es kommt auf die Gleichmäßigkeit und das richtige Finden der Strecke an“, sagt Fahrtleiter Meierdirks, und Knübel ergänzt: „Wir bringen an dem Tag ja ein rollendes Museum auf die Straße.“
Die Höchstgeschwindigkeit beziffern sie mit maximal 30 Kilometer in der Stunde an. Die Oldtimer müssen mindestens 30 Jahre alt sein, die Youngtimer brauchen nur 20 Jahre auf dem Buckel zu haben.

Los geht es am 13. September um 9 Uhr auf dem Marktplatz in der Kreisstadt. Dort werden die einzelnen Fahrzeuge mit ihren Besonderheiten von einem Moderator vorgestellt. Danach geht es im Minutentakt über Ritterhude (9.20 Uhr) nach Stendorf (9.25) und zurück nach Buschhausen (9.45 bis 10 Uhr). Auch dort werden die Fahrzeuge dem Publikum noch einmal vorgestellt. Anschließend geht es weiter über Freißenbüttel (10.15) und Oldenbüttel (10.30) nach Spreddig (10.35) und Hambergen (10.50). Wallhöfen wird gegen 11 Uhr angesteuert, Hellingst um 11.15 Uhr. Über Bokel (12 Uhr) geht es nach Kranzmoor (13.10) und Axstedt (13.40) sowie Lübberstedt (13.50) und Ohlenstedt (14.25). Ein zweites Mal führt die Rallye gegen 14.55 Uhr durch Hambergen. Von Bornreihe (15.10) geht es übers Teufelsmoor (15.20) nach etwa 120 Kilometer zurück nach in die Kreisstadt. Die ersten Fahrzeuge werden gegen 16 Uhr auf den Parkplätzen zwischen Allwetterbad und Gymnasium erwartet. Dort findet gegen 18.30 Uhr die Siegerehrung statt.

In der Kategorie A starten Einsteiger und Neulinge nur nach dem Bordbuch ohne Orientierungsaufgaben, die Kategorie B beinhaltet touristisch leichte und mittlere Aufgaben, und in der Kategorie C müssen die Fahrer tourensportlich mit mittleren sportlichen Aufgaben rechnen. Die beste Möglichkeit, sich die Fahrzeuge wie Chevrolet, Cadillac, Alfa Romeo, NSU Prinz, Austin-Healey, Citroen oder die vielen anderen aus der Nähe anzusehen, besteht nach der Rückkehr ab 16 Uhr auf den Parkplätzen hinter dem Schwimmbad. Das älteste Fahrzeug ist über 60 Jahre alt. Die Veranstaltung gilt als Wertungslauf für den ADAC Weser-Ems Oldtimer- und Classic-Cup.

 

 

17.09.2014 Osterholz-Scharmbeck Von: Eva Kairies

Teufelsmoor-Rallye startete mit Auto-Klassikern auf dem Marktplatz

Lebenslange Leidenschaft für Blech
104 wunderschöne Autos waren angemeldet zur Teufelsmoor-Rallye,
die ihren Start auf dem Mark
tplatz in Osterholz-Scharmbeck fand.

            
                                                                                  

Vor den Augen zahlreicher Autofreunde waren Daimler-Benz, Porsche, Alfa Romeo, Citroën und Jaguar mit äußerst interessanten Baujahren wie Perlen auf der Kette Stoßstange an Stoßstange aufgebaut. Ihre Fahrer warteten geduldig auf ihre Startfreigabe.
Jedes der tatsächlich erschienenen Autos wurde detailliert vorgestellt von Moderator Reiner Klintworth aus Stade. „Nee, die kenne ich nicht alle", sagte er. „Die Besitzer haben uns im Vorfeld die Details zugemailt." Dennoch konnte Klintworth seine Leidenschaft für die alten Blech-Schönheiten nicht verhehlen: „Genießen Sie den Anblick!" forderte er die Zuschauer auf, als der Alfa Romeo Spider Junior aus dem Jahre 1969 von Erich Lehm und Uwe Haase die Startlinie überfuhr. „Das ist ein Rundheck-Spider." Der 1968-er Jaguar E-Type Roadster habe Drehsitze, damit man den Damen beim Be- und Entsteigen nicht unter den Rock schauen könne.„Das zu demonstrieren haben wir jetzt keine Zeit", bedauerte Klintworth. Der Opel Manta von 1973 hatte jedoch noch Zeit, den unverzichtbaren Fuchsschwanz im Scharmbecker Wind flattern zu lassen. Dass der Daimler Benz Ponton aus dem Jahre 1959 an seinen Erstbesitzer, einen Kohlenhändler, erinnerte, wusste Klintworth über einen steingrauen Wagen zu erzählen. „Sein jetziger Besitzer, Uwe Huntemann aus Delmenhorst, findet immer noch Kohlestaub." Der Morgan Plus 8 der Achimer Jacobis habe ein Skelett aus Eschenholz, mit Metall ummantelt, verriet Klintworth via Mikro.
Welcher Wagen von Jerry Cotton bevorzugt wurde, welcher Wagen 13 Liter Benzin und 0,1 Liter Angstschweiß verbrauche, welcher Wagen sehr selten sei und wie viel er seinerzeit gekostet habe – die Infos waren gehaltvoll und schufen ein komplettes Bild in Kurzform von den historischen Zeitzeugen eines einzigen Industriezweigs. Youngtimer
seien die Fahrzeuge ab 20 Jahren, ein Oldtimer sei ein Fahrzeug mit mehr als 30 Jahren auf der Haube. „Gepflegt werden müssen sie alle."

Der Garlstedter Manfred Schmidt-Pagel fuhr als einziger mit einer Göttin vor: „Mit diesem Citroën DS 21 aus dem Jahre 1968 sind schon fünf Brautpaare zur Trauung gefahren." Vier seien schon geschieden. Schmidt-Pagel zog die Schultern hoch. Man sollte nun mal keine andere Göttin neben ihr haben …

 

Mehr als 100 Teilnehmer bei erster Austragung der Oldtimer-Teufelsmoor-Rallye

Geliebte auf vier Rädern

Von Ilse Okken - 15.09.201

Osterholz-Scharmbeck · Landkreis Osterholz. Ein Ro 80, neben einem VW Bully, eine Ente neben einem Ford 17 M:
diese Oldtimer waren jetzt anlässlich der ersten Teufelsmoor-Rallye in der Kreisstadt zu bewundern.

© Hans-Henning Hasselberg

Start ins Abenteuer: Auch Ronald und Birgit Michaelis nahmen mit ihrem Corvette Cabrio an der ersten Oldtimer-Rallye durch den Landkreis Osterholz und durch das Teufelsmoor teil.

James-Bond-Filme, Autoquartette oder die Erinnerung an das erste eigene Auto: es gibt viele kultige Gründe, sich einen Oldtimer anzuschaffen. Mehr als 100 dieser Autoverrückten trafen sich jetzt zur ersten Teufelsmoor-Oldtimer-Rallye. Johann Meierdirks und sein Stellvertreter Rüdiger Knübel hatten die Fahrt in nur sechs Monaten organisiert. Mehr als 20 Autos mit dem Stern, über zwölf Porsche und mehr als ein Dutzend Fahrzeuge der Marke BMW waren vertreten. Neben Oldies der deutschen Marken Opel, Ford und NSU gab es aber auch italienische und englische Sportwagen, sowie eine „Ente“, einen Cadillac und einen VW-Bully zu bewundern.

Die Teilnehmer waren am Morgen in drei Schwierigkeitskategorien gestartet, um den Landkreis zu erkunden. Dabei galt es, den Geschwindigkeitsdurchschnitt von 28,6 Stundenkilometern annähernd zu halten und eine sekundengenaue Gleichmäßigkeitsprüfung zu bestehen. Zusätzlich musste der Fahrer unter Mithilfe seines Kopiloten diverse Aufgaben lösen. „Die Orientierung ist das A und O“, erläuterte Johann Meierdirks.

Beim Start auf dem Marktplatz in Osterholz-Scharmbeck und an der Kontrollstelle beim Startbogen Meyerhoff wurden die Fahrzeuge und ihre Besonderheiten von einem Moderator vorgestellt. Am Ziel, auf dem Parkplatz des Campusgeländes, nutzten Oldtimer-Fans und Fotografen die Chance, die alten Schätzchen etwas genauer in Augenschein zu nehmen.

Alfred Lampa und Franz Henniges saßen im Ro 80 und fachsimpelten über NSU-Fahrzeuge. „Ein weißer Prinz 4 war mein erstes Auto. Deshalb habe ich mir vor 15 Jahren wieder einen Prinz 4 C als Rentnerhobby angeschafft und fahrtüchtig gemacht“, erzählte Henniges. Alfred Lampa kaufte seinen 40 Jahre alten NSU Ro 80 von einem Gewerbelehrer, der das Gefährt in alle Einzelteile zerlegt, in einem Keller aufbewahrte. Das Zusammenschrauben war kein Problem. Denn der Lengericher hat eine VW-Werkstatt. „Der Ro 80 war damals seiner Zeit voraus“, war sich der langjährige Motorsportfan mit dem Schrauber Franz Henniges einig.

Erstmals nahmen Björn Möller und Inge Terlinden an einer Rallye teil. Eigentlich nutzen sie ihr „Spaßmobil“, einen 32 Jahre alten grasgrünen VW-Bully, nur für den Urlaub. „Es war anstrengend. Aber wir werden das wieder machen“, so das Krefelder Paar. Jürgen Brinkmann hat schon über 30 Jahre Rallye-Erfahrung. Vor drei Jahren hat der Motorsportfan in München einen Ford 17 M RS aufgetrieben. Auf Servolenkung und Klimaanlage müsse man verzichten. Aber den Einbau von Kopfstützen habe er schon erwogen. „Meine beiden Brüder sind Kfz-Mechaniker. So war es kein Problem, das Fahrzeug zu restaurieren. Wie haben es von goldbraun auf Silber mit Streifen umgespritzt“, erzählte der Mitinhaber eines Worpsweder Autohauses.

Als Zehnjähriger verliebte sich Jan Draak beim Autoquartettspielen in den Ford Cobra E. „Ich habe lange darauf hin gearbeitet und vor zwölf Jahren konnte ich ihn mir leisten“, berichtete der Bremervörder stolz. An rund 40 Rallyes hat er schon teilgenommen. Dabei sind die Rollen genau verteilt. Ehefrau Maren sitzt neben ihm im Zweisitzer und gibt die Route vor. „Ich fahre nur nach Anweisung. Sie ist das Gehirn“, bekannte er. Schon als Dirk Rose mit 18 Jahren die Führerscheinprüfung bestand, war der Volvo 1800 ES sein Traumauto. Das 1971 erstmals gebaute Modell ist wegen seiner großen Heckscheibe auch als „Schneewittchensarg“ bekannt. Vor vier Jahren realisierte Rose seinen Traum. Die Rallye sei eine gute Gelegenheit, sich mit anderen zu messen und die Landschaft zu „erfahren“. „Der Co-Pilot sagt, wo es lang geht, dem muss man vertrauen“, weiß er. Der Jaguar E sei schon immer sein Sehnsuchtswagen gewesen, berichtete Ralf Bungenhagen aus Buxtehude. Der rote Sportwagen Baujahr 1968 stamme aus dem Raum Hannover, wo er in zwielichtigen Kreisen unterwegs gewesen sein soll. „2008 habe ich ihn mir dann gegönnt“, so der Bauingenieur. Die Rallye sei eine gute Gelegenheit, das Fahrzeug zu bewegen.

„Als Hobbyschrauber macht man, was man kann und bringt das Auto auf Schick. Aber das Rumfahren ist das Schönste“, so Nils und Heidi Krümpelmann. Die beiden Oldenburger Opelfans hatten ihren giftgrünen Kadett C von 1979 schon wieder auf den Trailer geladen, weil sie einen Tag später noch an einer Rallye im Osnabrücker Land teilnehmen wollten.

Die nächste Oldtimer-Rallye ist schon in Vorbereitung. Sie findet am 12. September 2015 statt.